Realzinssatz

Realzinssatz

Als Realzinssatz bezeichnet man in der Regel den Zinssatz, zu dem Vermögen tatsächlich und unter Berücksichtigung der Inflationsrate (Teuerung) rentieren kann. Bei der Berechnung des Realzinses wird also grundsätzlich auch eine Änderung der Kaufkraft einbezogen, wobei sowohl inflationäre Tendenzen, als auch deflationäre Tendenzen berücksichtigt werden.


Die Höhe des Realzinses hat einen maßgeblichen Einfluss auf das Konsumverhalten der Verbraucher in einer Volkswirtschaft. Während Verbraucher bei hohen Realzinsen dazu neigen, Geld zu sparen und auf Konsum zu verzichten, wird der Konsumdruck vor dem Hintergrund der schwindenden Kaufkraft bei niedrigen oder sogar negativen Realzinsen deutlich größer. Ein ähnliches Zusammenspiel lässt sich auch bei den Investitionstätigkeiten von Unternehmen beobachten.


In der Praxis erweist sich eine exakte Bestimmung der Realzinsen als sehr problematisch. Aufgrund der vergangenheitsbezogenen Daten, die für die Berechnung der Realzinsen erforderlich sind, ist eine annähernde Bestimmung der Realzinsen niemals in Echtzeit möglich. Um einen möglichst aktuellen Realzins angeben zu können, wird häufig der sogenannte Ex-Post-Realzins angegeben, bei dessen Berechnung die bereits eingetretene Preisänderung und nicht die aktuelle Preisänderung berücksichtigt wird.


Die Aussagekraft des Realzinssatzes leidet außerdem unter der Tatsache, dass sich die Konsumgewohnheiten der Menschen teilweise recht deutlich unterscheiden können und die subjektiv relevanten Preisänderungen bei der Berechnung des Realzinses logischerweise nicht berücksichtigt werden können. Subjektiv betrachtet kann es also - analog einer Abweichung bei den Konsumgewohnheiten - durchaus größere Abweichungen von den errechneten Realzinsen geben.


 
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